Beginenhaus unter besonderer Obhut
Förderverein
für spätmittelalterliche
Gebäude an der Burgstraße gegründet (az)
[Allgäuer Zeitung, 24. Juli 2003]
Den Erhalt eines besonderen Häuserensembles in der Kemptener Altstadt
hat sich nun der Förderverein Beginenhaus Kempten auf die Fahnen
geschrieben. Rund 50 Frauen und Männer haben sich darin zusammengeschlossen.
Die Vorbereitung und Realisierung einer denkmalgerechten Sanierung der
spätmittelalterlichen Gebäude an der Burgstraße ist Ziel
des neu gegründeten Vereins.
Stadträte, Mitglieder des Heimatvereins, der Freunde der Kemptener
Museen, der Altstadtfreunde, der Stiftung Wegwarte, des Frauenkulturzentrums
oder des Haus International engagieren sich in dem Verein ebenso wie
die Frauenunion Kempten und die Sozialbau.
Historikerin Birgit Kata führte bei der Gründungsversammlung
mit Lichtbildern durch die Häuser und erläuterte die stadtkunst-
und bauhistorischen Besonderheiten dieser überregional einzigartigen
Denkmale. Nach der Nutzung durch eine religiöse Frauengemeinschaft
im 14. und 15. Jahrhundert waren die Gebäude von der Renaissance
bis ins 18. Jahrhundert in Besitz reicher Kemptener Rats- und Bürgerfamilien,
die sich die Ausgestaltung und Erweiterung der Gebäude einiges kosten
ließen. Viele der wertvollen Baudetails aus den letzten 600 Jahren
sind bis jetzt in den Häusern erhalten geblieben, drohen aber für
immer verloren zu gehen, wenn nicht endlich eine behutsame Sanierung
begonnen werden kann.
Ziele sind der Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung des Beginenhauses
und des Nonnenturms. Später sollen dort Frauenprojekte umgesetzt
werden. Die Häuser sollen zu einem Treffpunkt in der Altstadt mit
Veranstaltungsräumen werden. An Raum für Werkstätten,
Büros, Ateliers und Praxen ist gedacht. Seminare, Ausstellungen
oder Vorträge gehören ebenfalls ins Konzept. Die Nutzung sollte
sich dem Gebäude anpassen, nicht umgekehrt, waren sich die Mitglieder
einig. Die staatliche Denkmalpflege unterstütze das Projekt – nicht
zuletzt wegen des behutsamen Sanierungs-Ansatzes.
Gutachten angestrebt
Birgit Kata, Bernadette Mayr als Schriftführerin und Renate Domin
als Kassenwartin gehören zum Vorstand. Kassenprüferinnen sind
Renate Piekenbrock und Elisabeth Hansen. Der neue Förderverein will
als ersten Schritt ein Gutachten zur Sanierung der Häuser realisieren.
Damit soll ein Ablaufplan der einzelnen Sanierungsstufen und ein Nutzungs-
und Finanzierungsplan erarbeitet werden.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer
Zeitung.
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17. Januar 2005
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