Schlafende Schönheit lächelt wieder
Beginenhaus: Ab Samstag kostenlose Führungen durch Ensemble an der Burgstraße von Ralf Lienert
[Allgäuer Zeitung, 9. Mai 2008]
Kempten | li | Eine „schlafende Schönheit“ kam vor wenigen Tagen im
Beginenhaus ans Tageslicht. Mitglieder des Fördervereins entdeckten die bunt
bemalten Deckenbretter einer ehemaligen Bettnische. „Die Malerei, die das
Gesicht einer schlafenden Frau zwischen Ranken zeigt, stammt aus dem 16.
Jahrhundert“, so die Historikerin Birgit Kata.
Die lächelnde Schönheit stammt aus der Hauptausbauphase der Häuser zwischen
1584 und 1586. Sie ist in den Augen von Kata ein weiterer Beleg für die
herausragende Bedeutung des Beginenhaus-Ensembles. Doch es gibt noch mehr
Neuigkeiten. „Unter den Bodenbrettern in einem Saal der Renaissance-Zeit
kamen Teile eines Fliesenbodens aus leuchtend grün glasierten,
rautenförmigen Keramikfliesen in Originallage zutage“ so Kata.
Die bauhistorische Bedeutung und der gute Erhaltungszustand des Hauses hat
sich inzwischen bis über die Grenzen Bayerns hinaus herumgesprochen. Am
Mittwoch war eine Gruppe vom österreichischen Bundesdenkmalamt aus Bregenz
zur Besichtigung in Kempten. Gestern besuchten Gymnasiasten aus Immenstadt
das Haus. Eine Broschüre mit zahlreichen Farbfotos und Plänen über die
Geschichte, Funde und das Sanierungskonzept ist bereits nach wenigen Monaten
fast vergriffen.
Um allen Interessierten mehr Gelegenheit zu geben, hinter die unscheinbare
braune Fassade an der Burgstraße zu schauen, lädt der Förderverein jeden
zweiten Samstag im Monat um 15 Uhr zu kostenlosen öffentlichen Führungen
ein. Treffpunkt ist der historische Torbogen in der Burghaldegasse. Die
erste Führung ist morgen, Samstag, 10. Mai.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.
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10. Mai 2008
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